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Was ist das Burn-out Syndrom?

Müde und abgeschlagen, perspektiv- und mutlos, die Konzentration fällt schwer, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lässt deutlich nach - das Burnout-Syndrom gehört zu den großen Krankheiten unserer Zeit.

Dabei kann man sich durchaus wirkungsvoll davor schützen. Experten schätzen, dass in Deutschland mindestens 300.000 Menschen am Burnout leiden, einige sprechen sogar von über einer Million. Eine weite Spanne, die sich daraus erklärt, dass die Symptome der Erkrankung beim einzelnen Menschen sehr unterschiedlich sein können. So tauchen nicht selten auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Ohrensausen und Abwehrschwäche im Beschwerderegister der „Ausgebrannten" auf.

Immunsystem und Psyche
So weitläufig die Symptome, so vielfältig die möglichen Ursachen des grassierenden Burnouts. Der zunehmend hektische Lebensstil mit seinem Stress spielt eine große Rolle, doch es gibt auch Hinweise darauf, dass Allergien und schleichende Virusinfekte dahinter stecken. In jedem Falle scheint das Immunsystem eine Schlüsselfunktion zu haben. Denn Wissenschaftler fanden heraus, dass nicht nur die gestresste Psyche negativ aufs Immunsystem, sondern auch umgekehrt ein überfordertes Immunsystem negativ auf die Psyche wirkt. Neben den immunologischen Hintergründen gilt es aber auch, die gesellschaftlichen Aspekte des Burnout-Syndroms im Blick zu halten. So trifft die Erkrankung auffällig oft Menschen, die in sozialen und helfenden Berufen arbeiten, wie etwa Sozialarbeiter, Erzieher, Ärzte, Pfleger oder Lehrer.

Obacht vor der Freizeit-Falle
Wenn Freizeit ist, sollte auch wirklich Freizeit sein und sonst nichts. Wer sich hingegen nach der Arbeit mit Kollegen trifft, Akten mit nach Hause nimmt oder per Handy ständig erreichbar ist, riskiert, dass sich sein Akku nicht richtig aufladen kann. Eine weitere Strategie gegen Burnout: Entschärfen Sie den Stress! Beispielsweise durch Entspannungsübungen wie Biofeedback, Autogenem Training und Tiefenentspannung nach Jacobson. Auch Sport kann körperliche und seelische Spannungen abbauen.

Mikronährstoffe und Heilpflanzen
Bestimmte Vitamine und Mineralien können zumindest vor den physiologischen Schäden des Burnouts schützen. Wissenschaftler konnten zeigen, dass unter Stress vor allem die Pegel an Magnesium, Coenzym Q10 sowie an den Radikalfängern Vitamin C und E zu leiden haben. Es ist daher sinnvoll, in länger andauernden Stress-Situationen diese Biostoffe im Speiseplan zu ergänzen, z. B. durch spezielle Nahrungsergänzungsmittel. Weitere Möglichkeiten zum Burnout-Schutz kommen aus der Pflanzenheilkunde. Neben traditionell geschätzten Stärkungsmitteln wie etwa dem Press-Saft aus frischem Haferkraut oder dem von den polynesischen Inseln stammenden Noni-Saft gibt es Heilpflanzen in Gestalt so genannter „Adaptogene". Dazu gehören vor allem Ginseng und Eleutherokokkus. Durch ihre Schutzwirkung bewahren sie uns nicht nur vor Erschöpfung, sie sorgen auch für klare Gedanken. Denn die Hirnzellen funktionieren deutlich schlechter, wenn sie mit Stresshormonen überschwemmt werden. Ein Effekt, den jeder bestätigen kann, der schon einmal bei einer Prüfung alles vergessen hat, was er vorher mühsam gelernt hat.

von Dr. Jörg Zittlau

Über den Autor

Dr. Jörg Zittlau / Wissenschaftsjournalist

Geboren 1960 in Düsseldorf. Studierte Philosophie, Soziologie, Biologie und Sport (mit Schwerpunkt Sportmedizin), promovierte mit einer Arbeit zum österreichischen Philosophen und Psychoanalytiker Otto Weininger.

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